Heute habe ich 2,60 € pro Liter Diesel gesehen, direkt hier bei uns, und ganz ehrlich, das fühlt sich nicht mehr wie ein kurzer Ausreißer an, sondern wie etwas, das sich zunehmend festsetzt.
Man kann sich darüber ärgern und den Kopf schütteln, oder man schaut einmal genauer hin und fragt sich, warum diese Preise nicht mehr wirklich zurückkommen.
Viele gehen immer noch davon aus, dass der Preis an der Zapfsäule hauptsächlich vom Ölpreis abhängt, was zunächst logisch klingt, aber nur einen Teil der Realität abbildet, denn ein erheblicher Anteil besteht aus Steuern und Abgaben wie Energiesteuer, CO₂-Abgabe und Mehrwertsteuer, wodurch der Preis eben nicht nur durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird, sondern auch durch politische Entscheidungen.
Das erklärt auch, warum sich die aktuelle Entwicklung so anders anfühlt als früher, denn während Preise früher gestiegen und auch wieder gefallen sind, bleibt heute vieles einfach auf einem höheren Niveau stehen, was weniger nach Bewegung aussieht und mehr nach einer dauerhaften Verschiebung.
Ein häufiger Denkfehler ist dabei die Annahme, dass Preise wieder auf das alte Niveau zurückkehren, wenn sich die Lage beruhigt, obwohl man in der Praxis immer wieder sieht, dass genau das oft nicht passiert, weil sich Kosten entlang der gesamten Kette nach oben verschieben und dort bleiben.
Das gilt besonders für Energie wie Diesel, Benzin, Gas und Strom, weil hier politische Eingriffe und zusätzliche Abgaben eine große Rolle spielen und selten wieder verschwinden, aber auch für Lebensmittel, bei denen gestiegene Kosten für Transport, Energie und Produktion eingepreist werden und später kaum vollständig zurückgehen, sowie für Dienstleistungen, bei denen höhere Löhne und Fixkosten dauerhaft weitergegeben werden.
Wenn man sich das nüchtern anschaut, geht es dabei nicht nur um Diesel, sondern um eine generelle Entwicklung, bei der sich Kosten im Alltag Stück für Stück nach oben bewegen, während Einkommen oft nicht im gleichen Tempo folgen, wodurch sich Kaufkraft langsam, aber spürbar verändert.
Das passiert nicht spektakulär und nicht mit großen Schlagzeilen, sondern zeigt sich im Alltag, Woche für Woche, Tankfüllung für Tankfüllung, und genau deshalb wird es von vielen lange unterschätzt.
Der Dieselpreis ist dabei nur besonders sichtbar, weil man ihn regelmäßig direkt vor sich hat, während ähnliche Entwicklungen in anderen Bereichen oft erst später auffallen.
Wenn man diesen Gedanken einmal zulässt, dann geht es plötzlich weniger darum, ob 2,60 € gerechtfertigt sind, sondern vielmehr darum, wie abhängig man von diesen Strukturen ist und wie gut man damit umgehen kann, wenn sich solche Rahmenbedingungen verändern.
Am Ende ist dieser Preis kein einzelnes Ereignis, sondern eher ein Hinweis darauf, dass sich etwas verschiebt, ohne dass es groß erklärt wird.
Und vielleicht ist genau das der Punkt, den man nicht ignorieren sollte.
Hier kann man sich ein Bild von der aktuellen Zusammensetzung des Diesel-Preises machen:



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